World Champs: German NHL playe…
World Champs: German NHL players Muller, Holzer (TOR) on top. Goal keeping should be better vs. SWE to advance. // Again: RUS – CAN early on
World Champs: German NHL players Muller, Holzer (TOR) on top. Goal keeping should be better vs. SWE to advance. // Again: RUS – CAN early on
Dem Frühlingsmärchen folgt das Frühjahrschaos. Der sportlichen Sternstunde folgt der Exodus. Die WM gibt Mut, die DEL zeigt die harte Realität: Das deutsche Eishockey zwischen Himmel und Hölle.
QUO VADIS, DEUTSCHES EISHOCKEY?
Auf internationaler Ebene glänzte Deutschland mit großem Herz und Teamgeist. In der höchsten deutschen Eishockeyliga DEL hingegen herrschen leere Taschen und Zwistigkeiten vor.
Profi-Eishockey steckt in Deutschland seit jeher in den Kinderschuhen. Weit abgeschlagen hinter Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball kämpft das deutsche Eishockey um eine gesellschaftliche Basis. Selbst Nischensportarten beherbergen mit Michael Schumacher, Georg Hackl oder Timo Boll internationale Stars aus Deutschland.
Dann endlich schaffte es die Heim-Weltmeisterschaft, verkrustete Vorurteile abzusprengen: Der brutale Sport, die vielen Verletzungen oder auch der amerikanische Kommerz. In Deutschland, das Land des Vereinssports und Ehrenamtes, blitzte ein Lichtblick auf. Mit Dennis Endras wurde sogar ein deutscher Spieler zum besten Akteur des gesamten WM-Turniers ausgezeichnet – ein vor der WM undenkbares Szenario.
Ein reales Szenario hingegen ist der Ausverkauf in der DEL: Mit den Kassel Huskies und den Frankfurt Lions haben gleich zwei hessische DEL-Vereine Insolvenz angemeldet. Die Schlittenhunde wurden vorläufig aus der Liga ausgeschlossen. Der Alt-Meister aus Mainpolitan wehrt sich noch gegen ein selbiges Schicksal.
Das Frühlingsmärchen im Eishockey auf einer Stufe zum Wintermärchen im Handball oder gar dem Sommermärchen im Fußball. Wird die finanzielle Last in der nationalen Liga nun jegliche Zukunftsträume zerstören?
QUO VADIS, DEUTSCHES EISHOCKEY?
Die deutsche Hammer-WM:
Die deutsche Chaos-Liga:
* Sportschau
* Welt
Das deutsche Eishockey hat in den fünf WM-Spielen in der Schweiz seinen derzeitigen spielerischen Zustand dargelegt: Katastrophal! Keine Qualität im Angriff, haarsträubende Fehler in der Verteidigung und eine durchschnittlich besetzte Torwartposition.
0-5 gegen Russland. 2-3 gegen den Gastgeber, nach Verlängerung. 1-2 gegen Frankreich. 1-3 gegen Dänemark. 0-1 gegen Österreich. Die allerletzte Ehrenrettung vor dem schier atomaren Zerfall jeglicher Würde: Ein mageres 2-1 gegen Ungarn.
Defensiv ließen zwar nur sechs der 16 Teams weniger Schüsse auf das eigene Tor zu. Die 90,4% Fangquote bei 15 Gegentoren ist zudem annehmbar. Aber offensiv stehen sechs Tore bei einer Trefferquote von 3,3% zu Buche. Bei den Kanadiern oder US-Amerikanern haben die besten Verteidiger nach sechs Spielen allein vier Tore erzielt, bei einer Erfolgsquote von um die 20%. Wo man im Fußball bei einem Tor pro Spiel noch einen Mittelfeldplatz erkämpfen könnte, ist man im Eishockey praktisch abgestiegen.
Worin liegt die deutsche Angriffsschwäche begründet, die nach dem zehnten Platz in 2008 nun nur zu Platz 15 reichte?
Ohne die Beteiligten und deren Leistung beleidigen zu wollen: Der DEB ist mit einer der schwächeren WM-Teilnehmer angereist und hat sich um den vermeintlichen Star im Team, Coach und Ex-Stanley-Cup-Sieger Uwe Krupp, unerfüllbare Hoffnungen gemacht. Hoffnungen, dass man irgendwie in die Hauptrunde kommen könnte und dort einen glücklichen Tag gegen einen der vielen Favoriten erwischen wird. Die Landung war dementsprechend hart: Gegen die Schweiz verloren, gegen Frankreich verloren und so musste man sich im psychologischen Abwärtssog auch noch den Dänen und Österreichern geschlagen geben.
Was nun, Herr Krupp?
Deutschland trägt die kommende WM aus und wird „Auf Schalke“ mit angepeilten 76000 Zuschauern einen neuen Zuschauerrekord für Eishockey-Spiele aufstellen. Da ein kommender Gastgeber nicht absteigen kann, ist Österreich nach dem Sieg über Deutschland zwar sportlich A-WM tauglich, muss aber mit Ungarn im Tausch mit Italien und Kasachstan in die Zweitklassigkeit gehen.
Die DEB-Auswahl ist nicht mit einem blauen Auge davon gekommen, denn dieses wäre bis 2010 verheilt. Bei unserem Nachbarland um Superstar Thomas Vanek hinterlässt das deutsche Team eine emotional bleibende Schramme: Immerhin ist man wegen den Deutschen abgestiegen, obwohl man doch besser war. Die WM 2010 steht außerdem unter einem ungewohnten Erfolgsdruck: Deutschland muss nun mindestens Zehnter werden, um nicht gänzlich im Niemandsland des Eishockeys zu versinken.
Es ist mehr als fraglich, ob dieses Team um Uwe Krupp diesem Druck standhalten kann. Man wollte das achtbeste Team des Eishockey-Sports sein: nach Kanada, Russland, Schweden, Tschechien, Slowakei, Finnland und den USA. Man wollte zu den engen Verfolgern gehören: zu den Schweizern, den Weißrussen und den Letten. Und nun wurde man sogar von den Dänen und Norwegern überholt, den Franzosen und Österreichern geschlagen und befindet sich auf dem Niveau der Ungarn oder Kasachstan und Italien.
Die ernüchternde Wahrheit.